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Matschscheibe und Scheibenkleister

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Engagement Studierende der Filmakademie Baden-Württemberg betreiben das Kinderfilmhaus eigenverantwortlich

Matschscheibe und Scheibenkleister

Jeden Mittwoch um Fünf, als schulische Projektwoche und in einem intergenerativen Ferienworkshop, öffnen Alumni & Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg im Kinderfilmhaus die experimentelle Filmwerkzeugkiste für Jung & Alt und gestalten Film.

Durchführende Einrichtung

Das Kinderfilmhaus Ludwigsburg ist eine Einrichtung der Filmakademie Baden-Württemberg. Die Besonderheit: Die Studierenden betreiben das Haus eigenverantwortlich. Die Besucher erleben die Faszination der bewegten Bilder im Rahmen von Führungen, die von den studentischen Filmemachern selbst betreut und organisiert werden. Anhand eigener Filme, Zeichnungen, Puppen und Modelle erklären sie, wie Film funktioniert und wie man ihn produziert. Aktuell arbeiten bei im Kinderfilmhaus acht Studenten aus den Studienschwerpunkten Regie Werbefilm, Dokumentarfilm, Animation, szenischer Film und Drehbuch und drei Alumni der Filmakademie als freie Mitarbeiter. Jährlich besuchen bis zu 3500 junge und erwachsene Gäste die zweistündigen Trick- und Realfilm- führungen, sowie zweitägigen Ferienworkshops für Dokumentarfilm und Tickfilm. 

Projektbeschreibung

Studenten und Alumni der Filmakademie geben ihr technisches, dramaturgisches und künstlerisches Wissen an den Nachwuchs weiter. Wir analysieren gemeinsam die Lieblingsfilme der Teilnehmer, decken Sehgewohnheiten auf und schaffen einen Raum um mit professionellen Produktionen, deren Geschichten, Kameras, Schnitt und Licht zu experimentieren. Wie ist es, vor einer Kamera zu stehen? Wie entsteht eine mitreißende Geschichte? Gemeinsam entwickelt die Gruppe kreative Werkzeuge um Gewohntes aufzubrechen und durch Wortspiele, kreative Schreibtechniken, Techniken zur Ideenfindung, Umgang mit der Foto- und Video-Kamera, Interviewübungen, Schauspieltechniken, Spiel mit Geräuschen und Musik, sowie mit Schnitttechniken zu experimentieren. In Übungsfilmen werden Ideen getestet, betrachtet, analysiert und im Plenum weiterentwickelt. Die Themenwahl ist frei. Im Focus steht aber das Sensibilisieren von und Experimentieren mit Gefühlen. Die jungen und älteren Filmemacher erzählen in kleinen Geschichten was sie zum Lachen bringt, ihre Sehnsüchte, was sie befremdet, aber auch was sie ängstigt. Ob im Kleinen als Daumenkino, Comic oder Storyboard oder im Team als Hörspiel, realitätsnaher Dokumentarfilm oder als animierter Science-Fiction-Film, die Tonalität bleibt den Machern überlassen. Rhythmus, Bewegung und Geschwindigkeit der Geschichten richten sich nach dem persönlichen Geschmack der Teilnehmer. Sie beschreiben und diskutieren ihre Inhalte in der Gruppe und wählen die überzeugendsten Geschichte aus, die dann realisiert wird. Die Dozenten geben konstruktiv Input, vermitteln filmtheoretisches Basiswissen und Handwerk, regen zum Querdenken an und begleiten die Teilnehmer je nach deren persönlichen Wissensstand. Nach dem Prinzip „Learning by doing“ werden kreative Bilderwelten geschaffen um das Selbstbewusstsein des Einzelnen und die gegenseitige Toleranz in der Gruppe zugleich zu stärken. Das geschieht durch Erarbeiten von bildnerischen Ausdrucksformen, durch Selbstreflexion und durch konstruktive Wirkungsanalysen der Übungsfilme und Geschichten in der Gruppe und durch die Zusammenarbeit im Filmproduktionsteam. Alle Diskussionen werden von den Dozenten moderiert. Inhalte nach dem Ansatz unseres Studienfaches Filmgestaltung I besprochen: Was sehe ich? Welche Gefühle und Assoziationen löst die Idee bei mir aus? Und was will ich wirklich erzählen? Erzählerische Lücken und Erfolge werden in der Gruppe angesprochen und ohne Wertung moderiert.

Zielgruppe und Reichweite

Wir erreichen im Kinderfilmhaus viele Menschen, aber nur sehr kurz und möchten das übliche Angebot des Kinderfilmhauses um einen längerfristigen und vielschichtigeren „Filmwerkzeugkiste für junge Medienmacher“ erweitern. Einmal pro Woche begegnen sich technisch und gestalterisch begeisterte Kinder und Teens zwischen 8 und 14 Jahren in einem offenen, experimentellen Raum, genannt „Matschscheibe und Scheibenkleister" (AT). Zusätzlich bieten wir die gleichen Inhalte komprimiert in drei, jeweils einwöchigen Workshops als Projektwoche in Schulen und als Projektabschluss einem Ferienkurs für Kinder, Teenager, Eltern und Großeltern im Kinderfilmhaus an. Die Medienprodukte der Kinder des Langzeitangebotes werden im diesem generativen Workshop präsentiert. In einem moderierten Raum werden Perspektiven über Alltagskonflikte und Emotionen der jungen Generation ausgetauscht und um die Perspektive der älteren Generation erweitert. Beim offenen Angebot können bis zu 20 Kinder mitmachen, bei den vier Workshops jeweils 30 Personen. Am Ende der Projektphase wird jeder Teilnehmer eine Geschichte oder einen Film in den Händen halten, an dem jeder mitgearbeitet hat und jeder selbst zur Sprache kommt. Geplant ist die Präsentation vor Freunden und Verwandten in im Kino Caligari oder jederzeit auf unserer Projekthomepage präsentiert werden. Auch haben die Teilnehmer die Möglichkeit bei Kindermedienwettbewerben einzureichen und durch eine thematische Zusammenarbeit mit dem Jugendorchester des SWR die Filme im Kindernetz des Senders zu präsentieren. Im Kinderfilmhaus begrüßen wir seit 8 Jahren Freundeskreise, Schüler, Pädagogen, Träger der Kinder- und Jugendarbeit und junggebliebene, filminteressierte Erwachsene. Aus diesem Netzwerk akquirieren wir auch unsere Teilnehmer über ein unkompliziertes Bewerbungsverfahren. Unsere Gäste stammen aus unterschiedlichsten Bildungsmilieus, durch die Vorauswahl der Teilnehmer bemühen wir uns das Bildungsniveau gesellschaftlich authentisch zu mischen.