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Virtuell barrierefrei

Virtuell Barrierefrei

idee-BW Das inklusive Projekt „Virtuell Barrierefrei“ der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg am Campus Reutlingen bot 2019 Studierenden die Möglichkeit, sich mit 360°-Videotechnik und dem Thema Barrierefreiheit auseinanderzusetzen.

Virtuell Barrierefrei – Kommentierte 360°-Videos

Als Rollstuhlfahrer die Uracher Wasserfällen oder den Schönbuchturm besichtigen. Was sich in der Realität sehr schwierig anhört, ist mit 360°-Videotechnik ganz einfach machbar. Das Projekt „Virtuell Barrierefrei“ möchte Menschen mit körperlichen oder räumlichen Einschränkungen helfen, für sie ungewohnte Orte zu erkunden.

Das inklusive Projekt „Virtuell Barrierefrei“ der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg am Campus Reutlingen bot 2019 Studierenden die Möglichkeit, sich mit 360°-Videotechnik und dem Thema Barrierefreiheit auseinanderzusetzen. Im Austausch mit Menschen mit körperlichen Einschränkungen produzierten sie eine Virtual-Reality-Wanderausstellung, in der man touristische Orte aus anderen Perspektiven erleben kann.

Uracher Wasserfall – 360°-Video

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Prof. Dr. Katrin Schlör, die für die Initiative Kindermedienland bereits unzählige Workshops veranstaltete. Ihre Idee für das Projekt: dass Menschen, die körperlich oder räumlich eingeschränkt sind, Orte erleben können, an denen sie noch nie waren. Dafür hat sie zusammen mit angehenden Sozialarbeiterinnen und -arbeitern Orte notiert, welche behinderte Menschen gerne aufsuchen würden, wenn sie nicht beeinträchtigt wären. Die Studierenden filmten darauf u. a. die Uracher Wasserfälle, die Altstadt von Rottweil und den Schönbuchturm bei Herrenberg mit einer 360°-Kamera und erstellten mehrminütige Videos.

Der Clou an den 360°-Videos ist, dass die Betrachter der Videos entscheiden können, welche Perspektive des Videos sie gerne einnehmen möchten – durch Bewegen des Mauszeigers oder durch das Drehen des Kopfes mit der VR-Brille. Die Reaktionen der Testpersonen zeigten, wie eindrucksvoll das Erlebnis mit der VR-Brille ist. „Das entspannt mega! Ich spüre eine leichte Windbrise“ schwärmte Sara Bürkin, eine der Testpersonen. Sara ist Schülerin der „Differenzierten Berufsschulstufe“ der Körperbehindertenförderung Neckar-Alb.

Bürgerpark Reutlingen – 360°-Video

Mithilfe der VR-Brille konnte sie neben den Uracher Wasserfällen auch den Schönbuchturm bei Herrenberg erzwingen. Dinge, die sie ohne die technische Unterstützung nur mit viel Aufwand geschafft hätte. Die Reaktionen der Testpersonen wurden mit einem Mikrofon aufgenommen und als Audiospur den 360°-Videos unterlegt. Die kompletten Videos mit den Eindrücken der Testpersonen sind auf dem YouTube-Kanal des Projektes zu finden.

Katrin Schlör hatte bei der Umsetzung des Projektes mit ein paar Herausforderungen zu kämpfen. Wie man 360°-Videomaterial schneiden kann, war ihr zu Beginn ein Rätsel. Die Lösung jedoch eine ganz einfache: die Videos konnten mithilfe von iMovie geschnitten und mit Garage-Band vertont werden. Ein leistungsstarker Videoschnitt-PC war nicht nötig. Dass Benutzer von VR-Brillen Schwindelanfälle bekommen können musste sie auch feststellen: „Weil das Bild eine Bewegung simuliert, der Körper des Betrachters aber statisch bleibt, kann es einem schwindelig werden“. Eine Lösung war die VR-Brillen-Nutzer auf einen drehbaren Bürostuhl zu setzen.

Rottweil – 360°-Video

Virtuell Barriefrei gewann im Februar 2019 beim Förderprogramm der Initiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“ einen Betrag von 16.220 Euro. Mit dem Förderprogramm „idee-bw“ unterstützt das „Kindermedienland“ ausgewählte Leuchtturm-Projekte, um die Medienbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Land nachhaltig zu stärken.

Kontakt

Geschäftsstelle der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg
Breitscheidstraße 4
70174 Stuttgart

 

Ulrike Karg
0711 / 90715 - 311
karg@mfg.de

 

Julia Schobert
0711 / 90715 - 311
schobert@mfg.de